Merkwürdig ist das mit unserer Sozialisation.
Vor verfaultem Fisch lauf ich davon, hundertjährige Eier sind
mir ein Graus.
Vergammelte Milch aber kann mir nich laut genug stinken, das saug ich ein,
das inhalier ich, beschmier mich damit, mein Käse, mein Schatz!

Wunderland Frankreich!
Unendliche Käsesorten auf dem kleinsten Markt. Farben, Formen und Gerüche,
die man neu lernen muss und dann lieben lernt und die Käsetheke wird für mich
das, was anderen das Juweliergeschäft.

Doch leb ich hier, im kleinen Ort, Mittwoch und Samstag immerhin ein Käsewagen
auf dem Markt und ich zeig hin und frag nach und sie sagt:
“Camenbert, 60%”,
und ich will wissen, wie er heisst und sie zuckt nur mit den
Schultern und wiederholt:
“Camenbert, 60%”.
So seufz ich nur und zuck ebenfalls die Schultern und ess halt irgendeinen Camenbert,
der ganz gut ist, keine Frage, aber doch weit von weg von meinen Träumen.

Und dann kam Frank und schickte mir ein Käsepaket.
Ein französisches.
Hurra!

Sainte Maure de Touraine
Sainte Maure de Touraine, ein Rohmilchkäse aus Ziegenmilch.
Wenn ich mich recht erinnere, wird dieser Käse bei längerer Lagerung gelb und
sehr intensiv. Erlebten wir nicht…

crottin de chavignol Ossau Iraty
Ossau Iraty: aus roher Schafsmilch, ganz nussig und geschmackvoll, aber nicht scharf.
Crottin de Chavignol, rohe Ziegenmilch. Frisch erstaunlich mild, am Rand aber schon
herrlich pikant.

Tomme de Savoie Brie des Malesherbes
Zwei Käse aus roher Kuhmilch:
Tomme de Savoie, ganz mild-nussig und hat mich sofort an Wiesenkräuter erinnert.
Brie des Malherbes, was für ein wunderbares Beispiel für in Deutschland völlig unbekannte
Käsearten! Ganz eigene Textur und sehr intensiv im Geschmack.

Danke Frank von www.fromagefreres.de für dieses wunderbare Käsepaket!
Es ließ mich für kurze Zeit den Camenbert (60%) etwas vergessen…

Doch nicht genug an Werbung, denn dieses Brot im Hintergrund, Tour de Meule nach
einem Rezept meines guten Freundes schelli konnte nur gebacken werden durch
Geschenke unglaublicher Menschen:
Dem Le Creuset-Bräter von Eva, einfach so per Paket und völlig überraschend geschickt,
danke, du Liebe, du Gedankenleserin!
Dem Manz-Backofen, den schelli mal eben vorbeibrachte und ach hier, hab ich auch
noch französische Mehle für dich, keine Sorge, das ist nicht zuviel, das verbackt
sich, viel Spaß damit, bin wieder weg!
(Du bist ein erheblicher Spinner, schelli, ein ganz erheblicher!)

Er hatte übrigens recht, der 25kg-Sack ist schon halb leer und ich kann nur empfehlen,
dieses Bio-T80-Mehl (www.bongu.de) für rustikale Weizenbrote zu verwenden.
Sowohl mit Sauerteig wie hier als auch mit Hefe hab ich nur beste Erfahrungen gemacht.

Und hey, ich bin Anfänger…