Ein ritter sô gelêret was,
daz er an den buochen las,
swaz er dar an geschriben vant:
der was Hartmann genannt,
dienstman was er zouwe

Hartmann von Aue, Epiker des 12./13. Jahrhunderts.

Gern würd ich ja behaupten, dass dieses alten Blutes wegen ich Gefallen
an der Sprache finde, doch…
Ein Nachkomme bin ich wohl nicht und zur Gans mag mir heut’ auch
nichts g’scheids einfallen.

Gans Consommé Steinpilze Manti Maultasche

Wieder also nur nackte Tatsachen.
Eine Gänse-Consommé, kleine Maultäschle,
Manti gefüllt mit Gansfleischfarce und gebratene Steinpilze.

Den vollen Gansgeschmack brachte die Consommé, für die ich leicht angeröstete
Gänsereste mit Knochen in Hühnerbrühe simmern ließ.
Ein nur klitzekleiner Hauch Sternanis rettete dabei vorm gänsischen Overkill
und brachte die Steinpilze schön zur Geltung.

Und für die, die eher eine klassische Weihnachtsgans bevorzugen,
hier mal ein richtig klassisches Rezept:

Diz ist ein guot fuelle.
Stoz ein gans an einen spiz vnd suet daz gekroese, nim vier eyer
gesoten herte vnd nim dor zvo eine brosmen schoenes brotes vnd
kuemel dar zvo vnd ein wenic pfeffers vnd saffrans, vnd nim dri
gesoten huones lebern. Mals zvo sammene mit
ezzige vnd mit huener sode, zvo mazzen sur, vnd schele zwiboln vnd
snide sie duenne vnd tuo sie denne in einen hafen, tuo dor zvo smaltz
oder wazzer vnd laz sie sieden, daz sie weich werden. vnd nim
denne sur epfele, snit die kern her vz. als die zwiboln gar sin
gesoten, wirf die epfele dar zvo, daz ez weich belibe, vnd tuo denne
daz gemalne vnd die epfele vnd die zwiboln alle in ein phannen,
vnd als die gans gebraten ist, so zvo lide sie, lege sie in ein schoen
vaz vnd guez daz condimente dar veber vnd gib sie hin.

Das Buoch von guoter Spise (um 1350)