Meine Tochter Jette tritt diesmal als Gastautor auf mit der Biologieprüfung
zum selbstgewählten Thema.

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Fast Food vs. Slow Food

Betrachtung des Werts von Fast Food für den menschlichen Körper im Vergleich zu herkömmlicher Ernährung

Fachinterne Prüfung
Jette

Inhaltsangabe

- Einleitung
- Was ist Fast Food?
- Herkömmliche Ernährung und deren Entwicklung
- Convenience: Fast Food für zuhause
- Slow Food

- Inhaltsstoffe im Vergleich
- Fett
- Kohlenhydrate
- Eiweiß
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Ballaststoffe

- Fast Food und Erkrankungen
- Übergewicht (Adipositas)
- Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

- Alternativen
- Traditionelles Fast Food
- Obst und Gemüse

Einleitung

Fast Food:
Als Fast Food (engl. “schnelles Essen “) bezeichnet man einfache Gerichte, auch Imbisse oder Snacks genannt. Fast Food wird meist “aus der Hand” zu sich genommen und aus Lokalen mit Selbstbedienung bezogen. Soweit wie möglich werden die Bestandteile von Fast Food industriell vorgefertigt, so dass sie bei der Zubereitung nur noch kurz erwärmt, frittiert oder gebraten werden müssen.
Die Unterschiede in den einzelnen Gerichten ergeben sich in der Regel aus der verschiedenen Zusammenstellung der Komponenten (BigMac, Cheeseburger, Whopper, Salami-oder Schinkenpizza).
Typische Produkte für Fast Food:
- Vorgeschnittene Pommes frites
- Tiefgefrorene Hamburger oder Pizzen
- Fertige Industriesaucen

Die Zubereitung des Fast Food soll so wenig Zeit wie möglich benötigen, um viele Kunden schnell bedienen zu können. Ebenso wird Fast Food in der Regel auf die Schnelle verzehrt, oft im stehen oder sogar im gehen.
Je schneller der Kunde das Lokal wieder verlässt, desto mehr Kunden können bedient werden und der finanzielle Gewinn für das Lokal wächst.

Herkömmliche Ernährung und deren Entwicklung:
Über viele Generationen hat sich die gemeinsame Mahlzeit in den Familien entwickelt. Dabei wurden traditionell von einer oder mehreren Personen aus frischen oder selbst haltbar gemachten Produkten möglichst rohen Zustands Gerichte für die ganze Familie bereitet.
Die Zubereitungszeit spielte durch die Arbeitsteilung keine große Rolle, die Zeit zur Nahrungsaufnahme hatte ihren festen Platz im Tagesablauf.

Convenience: Fast Food für zuhause:
Durch die zunehmende Geschwindigkeit unseres Lebens in allen Bereichen (Arbeit, Bewegung, Kommunikation) hat sich auch diese Form der gemeinsamen Mahlzeiten geändert.
Die Familien sind kleiner geworden und meist sind die Eltern berufstätig und müssen die Gerichte für die Familie in kurzer Zeit zubereiten. Der Griff zu Fertig-und Halbfertigprodukten verlockt durch die schnellere Zubereitungszeit.

Slow Food:

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, formierte sich in den letzten Jahren die Bewegung des “Slow Food”, die saisonalen und regionalen Produkten, aus rohen Produkten ohne Zeitdruck und liebevoll selbst zubereitet, neues Gewicht geben möchten.
Diese Methoden werden in der der folgenden Betrachtung als konventionelle, traditionelle oder herkömmliche Ernährungsform bezeichnet.

Inhaltsstoffe im Vergleich:

Fett
Fett ist ein wichtiger Energielieferant, Geschmacksträger und Helfer bei der Aufnahme der fettlöslichen Vitamine (A, D, E und K) aus der Nahrung. Fett ist somit ein unentbehrlicher Nährstoff, den der menschliche Körper zum Erhalt seiner Gesundheit benötigt. Nicht direkt verarbeitetes Fett (“Kalorienverbrauch”) wird im Körper gespeichert, bis er als Reserve wieder benötigt wird.
Die Empfehlung für die tägliche Fettaufnahme eines Erwachsenen liegt bei 60-80g Fett/Tag. Allein ein BigMac enthält jedoch schon 25g Fett, ein klassisches “Menü” mit Pommes frites und und Salat etwa 70g. Nicht nur durch den Fettgehalt der Komponenten erreicht Fast Food diese hohen Fettwerte, sondern auch durch das häufig angewendete frittieren und braten der Produkte.
In der traditionellen Zubereitung von Gerichten finden sich in der Regel weniger Fette. Gerade Gemüse enthalten sehr wenig bis gar kein Fett. Auch kommen hier weniger fettintensive Zubereitungsmethoden zur Anwendung (dünsten, kochen).

Ständig erhöhter Fettkonsum begünstigt Übergewicht, in dessen Folge es zu Stoffwechsel-, Herz- und Kreislauferkrankungen kommt.
Schlaganfälle und Herzinfarkte werden durch fetthaltige Speisen und Übergewicht zu einem erheblichen Risiko.

Kohlenhydrate
Kohlenhydraten sind vor allem Zuckerformen: Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Die Mehrfachzucker zum Beispiel aus Getreide und Kartoffeln werden bei der Verdauung in einfachen Zucker (Glukose) umgewandelt, der vom Blut aufgenommen wird und der den Blutzuckerspiegel steuert. Ein fallender Blutzuckerspiegel führt zu Heißhunger. Dies geschieht umso schneller, je einfacher der Zucker im Nahrungsmittel ist. Helles Brot, Pommes frites, Süßwaren enthalten fast ausschließlich Einfachzucker. Diese Produkte stillen zwar den Heißhunger sehr schnell, die Wirkung lässt jedoch schon nach kurzer Zeit wieder nach. Die Folge ist erneute Nahrungsaufnahme trotz vorheriger hoher Kalorienmenge.

In der traditionellen Ernährung finden sich viel häufiger Produkte mit Mehrfachzuckern, für die der Körper länger braucht, um sie aufzunehmen.
Beispiele hierfür sind Nudeln, Reis, Vollkornbrote, Gemüse (vor allem als Rohkost) und Obst. Der Blutzuckerspiegel bleibt länger auf gleichem Niveau und die Heißhungerattacken bleiben aus.

Eiweiß
Eiweiß (Protein) ist ein weiterer wertvoller Nahrungsbestandteil, den wir über viele Nahrungsmittel zu uns nehmen können. Im Körper wandeln sich die Proteine in Aminosäuren, von denen es mehrere (je nach Alter und Gesundheitszustand) gibt, die der Körper dringend benötigt, nicht selbst herstellen kann und die somit zugeführt werden müssen.
Fisch und Fleisch sind sehr hochwertige Quellen für Eiweiß. Aber auch über Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und weiteres kann sich der Körper mit diesen wichtigen Proteinen versorgen.
Der Anteil an Eiweiß aus Fast Food kommt fast ausschließlich über verschiedene Fleischsorten zustande und der Tagesbedarf ist damit schnell gedeckt.
In der herkömmlichen Ernährung kommen viele verschiedene Eiweißlieferanten zum Zuge und bieten dem Körper so eine große Auswahl an den unterschiedlichen und lebensnotwendigen Aminosäuren.

Vitamine
Vitamine sind für unseren Körper lebensnotwendig und können von ihm nur zum Teil selbst hergestellt werden. Die restlichen müssen ihm über die Nahrung zugeführt werden. Die wichtigsten dieser Vitamine sind die Vitamine A, C und E sowie die B-Vitamine.
Vitamine kommen in Fleisch in geringer, in Gemüsen und Obst in großer Menge vor.
Im häufig fleischlastigen, gemüsearmen Fast Food kommen somit Vitamine, außer in Salaten, so gut wie gar nicht vor.
In der konventionellen Ernährung spielen Gemüse und Obst eine sehr viel wichtigere Rolle und die verschiedenen, lebensnotwendigen Vitamine werden dem Körper zur Verfügung gestellt.

Mineralstoffe
Mineralstoffe sind Bestandteile aus pflanzlicher und tierischer Nahrung. Sie dienen unter anderem als Baustoffe für Knochen und Zähne, regeln den Wasserhaushalt und versorgen Nerven und Muskeln. Die bekanntesten Mineralstoffe sind Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium.
Salz (Natriumchlorid) ist sogar so wichtig für den menschlichen Körper, dass wir die Geschmackrichtung “salzig” erkennen. Jedoch führt zu viel Salz zu verschiedenen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herz-und Gefäßkrankheiten.

Außer an Natrium (als Kochsalz), Kalium und Phosphor (aus dem Fleisch) sind Fast Food-Produkte meist sehr arm an Mineralstoffen. Die meisten Fertigpizzen und Fast Food-Burger decken dafür alleine schon den Tagesbedarf an Kochsalz eines Erwachsenen. Der Salzbedarf von Kleinkindern beispielsweise ist jedoch erheblich geringer.
Ärzte fordern seit vielen Jahren, die Salzmenge in Fertigprodukten und Fast Food zu senken, um das Risiko für die oben genannten Erkrankungen zu senken.

Auch hier bietet die abwechslungsreiche und gemüsereiche Kost der konventionellen Ernährung vielfältige Quellen, die eine Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen gewährleistet.
Die zugegebene Salzmenge kann dem eigenem Bedarf und dem der Kinder angepasst werden und bleibt kontrollierbar.

Ballaststoffe
Ballaststoffe (auch Faserstoffe) verarbeitet der menschliche Organismus zwar nicht, trotzdem sind sie notwendige Nahrungsbestandteile, die für eine geregelte Verdauung notwendig sind.

Ballaststoffe sind die gerüstbildenden, faserigen Teile bei Pflanzen und erfordern gründliches Kauen, was die Verdauungstätigkeit steigert und erhöhen damit die Fähigkeit, viel Wasser zu binden.
Vollkornprodukte, Obst und Gemüse gehören mit ihrem Anteil von 0,5 bis 2 Prozent Ballaststoffen zu den gesündesten Lebensmitteln und sollten deswegen nach den Empfehlungen von Ärzten und Ernährungsberaten bevorzugt aufgenommen werden.

Der Ballaststoffanteil beispielsweise eines BigMac ist so gering, dass McDonald’s diesen in seinen Analysen gar nicht erst angibt.

Der bessere Ballaststoffanteil der traditionellen Ernährung aus allen Teilen der Welt ergibt sich auch hier durch den erhöhten Anteil an Obst und Gemüse, Brot, Reis und Hülsenfrüchten.

Fast Food und Erkrankungen

Der Zusammenhang zwischen dem steigenden Konsum an Fast Food und der wachsenden Menge an übergewichtigen Menschen sowie Herz-und Kreislauferkrankungen wird seit vielen Jahren diskutiert.

Übergewicht:
Fast Food füllt den Magen schnell und unkompliziert, ist aber kein dauerhafter Sattmacher.
Fett, Kohlenhydrate und Salz kommen in großen Mengen vor, jedoch kaum Vitamine und Mineralstoffe.
Ein BigMac liefert 495 kcal, große Pommes frites 470 kcal, dazu eine Cola (0,5 l) mit 185 kcal – das sind 1150 kcal zusammen. Bei einem täglichen Kalorienbedarf von etwa 2000 bis 2400 (Erwachsene) ausgesprochen viel für einen kleinen Snack zwischendurch. Wichtig ist hier der hohe Fettanteil: Ein Gramm Eiweiß oder Kohlenhydrat liefern dem Körper vier Kalorien, ein Gramm Fett schon neun Kalorien.
Daraus folgt ganz schlicht: Je mehr Fett, desto mehr Kalorien für den Körper, desto dicker werden wir.
Sehr eindrucksvoll zeigte der Film “Super Size Me” (2004) diesen Zusammenhang anhand eines Experiments des Regisseurs Morgan Spurlock, der sich vor laufender Kamera 30 Tage lang ausschließlich und unter ärztlicher Aufsicht von McDonalds ernährte und gleichzeitig seine Bewegung so weit reduzierte, dass sie der eines typischen amerikanischen Büroangestellten entsprach.
Nach diesen 30 Tagen hatte Spurlock 11,1 kg zugenommen, was 13 % seines Körpergewichts entsprach.

Herz-und Kreislauferkrankungen:
Neben der Übergewichtigkeit verbunden mit hohem Fettkonsum gehören auch übermäßiger Salzkonsum und verringerte Kaliumaufnahme zu den Faktoren, die zu Bluthochdruck (Hypertonie) führen können. Das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt damit erheblich.
Hypertonie führt in den Industrieländern seit Jahren die Liste der Todesursachen an und die Zahlen steigen weiterhin.
Der Zusammenhang mit der immer häufigeren Aufnahme von Fast Food ist strittig, aber nicht von der Hand zu weisen.

Alternativen

Dabei gibt es Alternativen zum heutigen, ungesunden Fast Food: Asiatische Suppenküchen bieten diese seit Jahrtausenden: schnelle, vorgekochte Kost aus Gemüse, Reis oder Nudeln. Das deutsche Butterbrot kann ebenfalls als Fast Food bezeichnet werden und beinhaltet trotzdem auch wertvolle Nahrungsmittel. Auch die mediterrane Küche bietet viele gesunde und schnell zuzubereitende Gerichte, die dem Körper dienen, anstatt ihm zu schaden.

Und wenn es ganz schnell und unkompliziert gehen muss, bietet uns die Natur selbst das beste Fast Food, oft sogar in seiner eigenen Verpackung:
Obst und rohes Gemüse!

Mama, ich liebe es, Schnecken zu fotografieren!
Die sind so schön langsam :)