So lieb fragt ihr nach Pablo.
So dringend nötig also ein Update!

Gerade wurde er ein Jahr, vieles haben wir erlebt, wenig gelernt.
Sicher kennt ihr die hin und wieder recht albernen Berichte auf Tierheimseiten,
in denen “der Hund zu Wort kommt”.
So sehr ich mich auch dagegen wehre, ganz werde ich es nicht lassen können…

Podenco Pablo

Ein Podenco also wieder.
Ganz bewusst diesmal, nicht zufällig wie beim letzten Mal.
Ich wusste sehr genau, was auf mich zukommt.

Ein Hund, der von Kennern beschrieben wird als “die Katze unter den Hunden”.
Eine Rasse, die seit vielen Jahrhunderten ausschliesslich zur selbstständigen
Jagd eingesetzt wird.
Kommandolos.
Gehorsamlos.
Die freigelassen auf Kaninchenjagd gehen, um mit weichem Maul die Beute, auch lebend,
zurück zum Rudel zu bringen.

So gehen wir also hinaus in die Welt, in meinen geliebten Kraichgau, den Kraichgau ohne
wilde Kaninchen, aber mit vielen Mäusen auf vielen Wiesen.

Podenco PabloPodenco PabloPodenco Pablo

“Hört der?”, werd ich gefragt.
“Mit diesen Ohren?”, bin ich versucht zu antworten.

Natürlich hört er.
Solange ich gute Argumente habe.
Fleischwurst.
Gibt es Dinge, die wichtiger sind als Fleischwurst, hört er nicht.
Wenig ist wichtiger als Fleischwurst.
Je nach Standort.
Seine Freundin Suki wohnt da oben rechts, das ist wichtig, da muss man
eben mal schauen gehen. Da rechts unten ist der Kindergarten, da liegen viele lustige Dinge
rum, da muss man hin. Rechts unten mitte ist der Sportplatz. Ausgespuckte
Kaugummis vorm Tor sind wichtig.
Links überm Hügel ist ein Komposthaufen. Da lag vor 5 Monaten ein Lammknochen.
WICHTIG!

Die Frustrationsgrenze mit solch eigenständigen Hunden ist schnell erreicht.
Für Mensch und Hund.
Lässig bleiben.
Weit hinaus gehen.

Podenco PabloPodenco PabloPodenco Pablo

Spielzeug ist wichtig.
Äpfel liegen unter Bäumen, können geworfen werden.
Feines Spielzeug, brings zurück! Guter Hund!
Der gute Hund legt den Apfel zurück dahin, woher er kam.
Unter den Baum.
“Mama, das ist uncool!”, sagt die Tochter und legt den eben von ihr
angebissenen Apfel auch zurück.
“Macht das jeder so?”

Social und warum ich diese Hunde so liebe:
Keine Agression.
Ein wandelndes Peace-Zeichen.
Wenn er könnte, würde er sich Dreadlocks wachsen lassen und Mariuhana rauchen.
Nicht die Katze, sondern der Rastafari unter den Hunden.
Stress ist dämlich – Aye Peace Bros, lasst uns Spaß haben!

Eine ängstliche Hündin trifft auf einen Mastiff?
Alles kein Problem Leute, chillt mal ab! Ich regel das schon!
Und dann geht so ein Junghund, grad ein Jahr alt, spielend dazwischen und klärt
die Lage.

Heute morgen war ich weit draussen mit ihm, hab ihn auch einfach laufen lassen.
War tief in Gedanken und nichts unter Kontrolle.
Weit weg ein Hund. An der Leine.
Mama, ich geh eben ‘Hallo’ sagen”, schaute Pablo noch schnell zu mir
zurück und war weg.
Weg?
Nein!
Ein höflicher Hund geht Freunde begrüßen und kommt dann dahin zurück,
wo er hin gehört.
Zu mir.