Konnte mich niemand warnen?
Mir berichten von der Gefährlichkeit dieser Droge, der Schnelligkeit,
mit der einen diese Sucht überfällt?
Nur einmal probiert, nur ein einziges Mal, und nun komm ich davon
nicht mehr los…
In Gesprächsrunden finden sich mittlerweile gleichsam Betroffene, immer
wieder sagen wir uns mantraartig, dass wir es doch gar nicht nötig
hätten, dass es unten im Dorf auch guten Stoff gibt und Nein, Nein und
Nochmals Nein, wir begeben uns nicht noch tiefer in den Abgrund.
Aber es hilft nicht.
Brot gebacken werden muss!

Erste ebay-Sitzungen wegen eines neuen Backofens oder einer geilen
Rührmaschine fanden statt, doch der Schwabe in mir konnte größere
Verluste verhindern.
Die Gnade der knickrigen Herkunft, sozusagen.

Roggenmischbrot

Mein erstes Roggenmischbrot mit richtigem Sauerteig und so:
Schellis Hausbrot!
Wirklich einfach und sehr sehr lecker, das ist “mein” Brot und schmeckt zu
allem allem allem. Honig, Schinken, Käse, ganz egal.

Weizenbrot

Und ein No-Knead-Brot aus den Kursunterlagen von Lutz Geissler, das neue
Lieblingsbrot meiner Tochter.

So, da steh ich nun also.
Und auf dem Receiver steht schon die nächste Schüssel mit Teig. Darf ja nun
nicht mehr aus gehen, das Brot, das selbstgemachte, dieses faszinierende und
jahrtausendealte Nahrungsmittel, das wir Pilzen und Bakterien verdanken und
das so einen hohen Stellenwert hat.

Und gleichzeitig seinen Wert verliert überall, wenn in Bäckereien nurmehr
industrielle Backmischungen verarbeitet werden, Eintönigkeit in den Backstuben,
dubiose Inhaltsstoffe in Broten, Gewinne für die Industrie und Verlust für’s
Handwerk.
Drum ihr da draussen:
Lasst es sein! Backt nicht selbst!
Sucht sie, die guten und ehrlichen Bäcker, denen Berufsehre noch bekannt ist
und die diese wertvolle Tradition erhalten!
Sie brauchen euch.

Meine Quellen in Sinsheim:
Bäckerei Schückler, Sinsheim-Rohrbach
Bäckere im Jugendstift, Sinsheim