Pälzer Grumbeere. Holt man in der Pfalz, logisch, so macht man das hier,
am Rand der Kurpfalz, der Pfalz seit jeher verbunden und in der Lebensart
ganz ähnlich. Und auch die Bräuche gleichen sich, denn Zwetschgenkuchen
zur Kartoffelsuppe gibt’s wohl nur hier, im Land der leichten Weine…
Ganz selbstverständlich auch, bis rüber ins Schwäbische sogar, praktisch
gedacht einfach zu erhaltendes Eiweiß, für Fastenzeiten nicht Fisch
nicht Fleisch, kriechend an jeder Ecke, oft in Massen:
Die Weinbergschnecke.
Schwäbische Austern, die wir als Kinder sogar noch gegen Geld gesammelt
haben. Nun nicht mehr, nun halte ich meine Population im Garten liebevoll
am Leben und freue mich an den gutmütigen Symbolen der Langsamkeit.

All das wollt ich also kombinieren für den Suppengang zum Projekt
“…in vier Gängen”, im Monat der Kartoffel.
Doch wohin mit der Schnecke, so dekorativ schaut sie als Einlage in der Suppe
doch nicht aus und die Häuschen sind zwar hübsch, aber sehr unpraktisch
und mit dem Löffel erst recht.
Kleine Champignons waren die Lösung, gefüllt mit einer Farce aus gedünsteten
Pilzstielen, Schalotten, Majoran, Semmelbröseln und Schmand, darin kleine
Stücke der Schnecken versteckt und im Ofen gebacken.
Dazu ein Grisini aus salzigem Hefeteig mit Tupfen von Zwetschgenmus und
Schmand.
Die Kartoffelsuppe so schlicht, wie ich sie liebe, nur aus Kartoffeln, Salz,
Wasser, Milch und Majoran.

Kartoffelsuppe Weinbergschnecken Champignons Zwetschgenkuchen

Heimatliche Hausmannskost in neuem Gewand.
Ich bin’s zufrieden.