Seit zwei Wochen drücke ich mich schon davor, über den Test des
Irish Beef zu berichten, das mir ebendafür zur Verfügung gestellt wurde.
Was leider daran liegt, dass ich nicht wirklich überzeugt war von der
Qualität: Ribeyes und Rumpsteaks kamen mir gar nicht trocken abgehangen
vor, waren sehr schwach in der Struktur und schlecht geschnitten. Verloren
sowohl beim Auftauen wie auch nach dem Grillen unglaublich viel Wasser und
die Ribeyes hatten zudem noch deutlichen Hautgout.
Die T-Bones waren einwandfrei.
Auf dem Teller dann zeigten sich alle Steaks trotzdem prächtig, butterzart
und auch die Weide kam im wohlreifen Geschmack deutlich hervor.

Hier drei mal Hochrippe: Irish Beef, Hohenlohisches Rind vom Metzger Ohr und
zu Versuchszwecken gekauftes vom Rewe. Alle dry aged, die ersten beiden
gefroren und sanft aufgetaut. Den Unterschied in der Struktur sieht man deutlich.

Nach dem Grillen:
Alle wurden exakt gleich behandelt. Das irische verlor schon vor dem Anschneiden
massiv Fleischsaft. Geschmacklich war an keinem was auszusetzen, und alle waren
zart und trotzdem mit Biss. Das Rewe-Fleisch war jedoch am wenigsten intensiv und
hier kam auch der Geschmack des Fetts nicht durch.

Testesser.
Kommentar dazu auf Facebook:
“Ich liebe es, jungen Leuten beim Fleisch essen zuzusehen. Das macht glücklich.”
Da ist was dran :)
Alles in allem waren wir uns einig, dass das Fleisch von René Ohr direkt aus dem
Nachbarort das beste war. Was für ein Glück! Kurze Wege sind mir ja eh die liebsten.

Wär das also geklärt, nun die Beilagen:
Drei Rezepte aus dem mir zur Rezension überlassenen Exemplar “Mein Grillbuch”
von Lisa Lemke
haben mich besonders angesprochen und alle wird es noch öfter geben:
Wassermelone mit roten Zwiebeln, Koriander und Rauchsalz (anstatt Liquids Smoke
wie im Buch), eine grüne Salsa aus grünem Apfel, Staudensellerie, grünen Chili
und Avocado sowie ein sehr einfaches, dafür aber unwiderstehliches Dessert aus
gegrillten Pfirsichen, Joghurtsauce und Nüssen (hier geröstete Sojakerne).
Insgesamt gefällt mir das Buch recht gut, von Marinaden bis Desserts gibt es
viel zu entdecken, wobei nicht alles gegrillt wird, aber gut dazu passt.
Große Überraschungen gibt es wenig, aber alle Rezepte sind solide und gut
nachzumachen.

Puhh, mein Fleischbedarf ist nun erstmal bis auf weiteres gedeckt.
Wobei, der Claus, der hat doch da so’n Rücken im Bauch….

UPDATE, 4.9.2013:
Auf das Problem des leicht zerfledderten, ansonsten wunderbaren Fleischs von
Otto-Gourmet angesprochen, versicherte mir Wolfgang Otto im persönlichen
Gespräch, dass ihnen das Problem dieser massiven Verpackung bewusst sei und
sie an einer Lösung arbeiteten.