Angenommen,
das Huhn sei ein endlich vernunftbegabtes Wesen,
dessen Handeln der Pflicht zur Moral unterworfen sei,
so könnte man ihm sein Gackern und Picken, Scharren und
Legen als Notwendigkeit zur Einhaltung einer allgemeinen
Gesetzgebung unterstellen.
Eines Naturgesetzes.

Kümmern wir uns aber erstmal ganz eigennützig um den Hahn:
Das Rückgrat mit einer Schere aufschneiden und den Hahn
mit den Handflächen platt drücken.
Abrieb und Saft einer Orange mit 2 EL Honig aufkochen,
gehackte Chili, geräuchertes Salz, Piment d’Espelette und
eine Messerspitze gemahlenen Zimt dazu geben und auf die
Hälfte reduzieren.
Die Gewürze hier wurden mir von Rimoco zur Verfügung gestellt,
einer Gewürzmanufaktur aus Saarbrücken, deren Produkte mir
ausgeprochen gut gefallen.

Den Hahn mit der Marinade innen und aussen und unter der Haut
einstreichen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
In der Zwischenzeit den Grill einheizen und den Rückgratgebrochenen
von beiden Seiten auf direkter Hitze wenige Minuten grillen,
dann bei geschlossenem Deckel indirekt je nach Größe
ca. 90 Minuten garen.
Mit einzwei Bier neben dem Grill sitzend die Gedanken
schweifen lassen.

Gehen wir weiter davon aus, hinter der Behauptung,
Frauen glichen Hühnern, mehr als ein Funken Wahrheit stecke,
so wären auch diese endlich vernunftbegabte Wesen, deren
Gackern und Picken, Scharren und Legen moralisch
inspiriertes Handeln zugrunde läge.

Rotkraut hobeln, mit Salz und gemörsertem Kreuzkümmel
kräftig verkneten, Handschuhe wegen der Fingerabrdücke
nicht vergessen und 30 Minuten ziehen lassen.
Mit Weissweinessig, Zitronensaft, Sonnenblumenöl und
Piment abschmecken. Rote Zwiebelringe und Radieschenscheiben
vorm Servieren dazu mischen.

Wenn nun aber Allgemeingesetze zur Betrachtung des einen
Huhns und/oder der damit verknüpften Vergleiche herangezogen
werden, gelten diese nicht auch für die Betrachtung
der anderen ebenso?

Drum, ihr lieben mitlesenden, endlich vernunftbegabten
Hühner da draussen:
Bevor ihr zukünftig über ein anderes Huhn gackert,
so geht zuerst von dessen gutem Willen aus.
Ist sonst schlecht für’s Karma.