Unsere Kameraausrüstung will zorra sehen, und viele sind
ihrem Ruf schon gefolgt.

Fotografie übte früh Faszination auf mich aus.
Mit meines Opas Kamera rechts oben im Bild wurden die meisten
meiner Kindheitsfotos aufgenommen:
Im Lederkästchen, mit einer Klappe oben, durch die man das Motiv
kopfstehend sah, mit einer Kurbel zum weiterdrehen des Films.
Er hatte viel Spaß am fotografieren und wenn ich mich recht
erinnere, bekam ich meine erste Ritschratschklick von ihm
zur Kommunion.
Das war’s dann aber auch viele Jahre, über mehr kam ich nicht raus.

Erst mit der Geburt unseres Sohnes kaufte sein Vater eine analoge
Spiegelreflexkamera, die Canon EF-M mit zwei Objektiven und ich setzte
mich sogleich mit dem Handbuch auseinander.
Als dann aber die Kinder größer wurden und jedes Experimentieren mit
einem fröhlichen “Mihhiiich, Mama, michiiiich, kuckkuckkuck, was ich mahaaach!”
unterbrachen, begann die lange Phase der Knipserei im Automatikmodus.
Seufz.

Jahre vergingen, Kinder wuchsen heran und das digitale Zeitalter
überraschte alle mit Wucht.
Ein altes Hobby sollte zu neuem Leben erwachen, und so zog 2003
die Canon 300D ein. Canon deshalb, weil die alten Objektive passten.
Einen anderen Grund gab es nicht.
Den richtigen Einstieg fand ich aber erst, als ich 2010 anfing,
mein Essen zu fotografieren und die ersten Bilder
grausam grausam grausam wurden…

Also las ich wieder mal das Handbuch, setzte mich mit Blendenzahlen, Brennweiten und Licht auseinander, erinnerte mich auch daran, meine Augen zu benutzen und es gab Fortschritte.
Der Ehrgeiz wuchs, ich tüftelte und testete und als mir 2011 ein kleiner Geldgewinn zuflog, fiel die Entscheidung leicht:

Größer, besser, teurer!

Canon sollte es, ihr ahnt es schon, natürlich wieder werden und
nach vielen Überlegungen und Diskussionen entschied ich mich eben
nicht für das größte aller Spielzeuge, zu dem mir alle männlichen
Ratgeber rieten.
The only difference between men and boys is the size of their toys…

So besitze ich also nun die Canon 60D und vorerst sollte ein
“Immerdrauf”-Objektiv für’s Kennenlernen reichen:
Das Canon 17-85mm, IS USM, 4,0-5,6 mit Bildstabilisator.
Der Gedanke war, ein auf Reisen bei Tageslicht taugliches Zoom parat
zu haben. Die relative Lichtschwäche gleicht zum einen der Bildstabilistor
etwas aus, zum anderen fotografierte ich zu diesem Zeitpunkt für den Blog
sowieso schon mit Stativ und Selbstauslöser.
Für schlechte Lichtverhältnisse bei Fotos aus der Hand besitze ich
zusätzlich noch das allseits beliebte Canon 50mm, 1:1,8.

Den Kauf des Traumobjektivs mit 100mm Festbrennweite stellte ich,
sparsam wie ich bin, vorerst zurück.
Nun, ihr kennt meine Fotos.
Das 100mm-Objektiv wird auch weiterhin noch auf mich warten!


Hier zwei Bilder aus Palermo, die den Zoomspielraum des Objektivs
ganz gut zeigen und gleichzeitig auch die Schwäche dieser Kombination:
Laub wird häufig sehr schwammig und unschön.
Ich wusste das vorher, aber da ich selten Laub auf den Tellern anbiete,
erschien mir das weniger wichtig und ich bin nach wie vor sehr zufrieden.

food-o-grafie 2013 - #1 Kamera Ausrüstung (Einsendeschluss 28.02.2013)