Wunderbar sinnlich kann man über den Genuss schreiben.
Wie dir Sauce das Kinn heruntertropft und du dir die Finger leckst.
Wie ein Geschmack deine Sinne benebelt, deine Zunge streichelt,
deinem Gaumen schmeichelt.
Wie Tiefe und Farbe dich verzaubern, dich vor den warmen Kamin legen
oder auf wogende Meereswellen.

Wenn du aber über die Zubereitung von Speisen schreibst,
dann gelingt das kaum.
Passieren, Salzlake und Mehlschwitze sind technisch, Sinn-los.
Vielleicht taugen noch Lorbeer, Rauke und Einkorn, aber bei Petersilienwurzel,
Backpapier oder verrühren wird die Sache schon wieder eng.
Crux, oh Crux, du Sprache du!

Kalb Rücken Radieschen

So lege denn einen Rücken vom Kalb in Wasser, welches du mit einem Zwölftel Salz
aufgekocht und hernach wieder gekühlt hast.
Füge an Gewürz hinzu nach Lust und Liebe, doch bedenke seine Wirkung!
Nach zwei oder mehr Tagen stelle es zum trocknen beiseite und
beschütze es vor dem Getier. Lege es dann für Stunden ins Feuer,
aber achte darauf, dass es nur warm wird, nie verbrennt.
In einer Pfanne mit viel Butter brate es sodann so liebevoll an,
als würdest du deinen Ältesten nach einer Jagd im Schnee nur eben
erwärmen wollen.

Kalb Rücken Radieschen

Radieschensalat dazu.
Essen.