Vor einem Monat hab ich’s angekündigt:
Ich wieg mir zuviel.
Wer mich kennt, fasste sich da ungläubig an den Kopf.
Wer mich gut kennt, stimmte zu.
Ich bin keine Rubensfrau. Mir stehen ein paar Kilo zuviel nicht. Ich mag mich so nicht.
Und ebenso, wie andere für ihre Mehrmenge respektiert werden möchten, möchte ich das auch für meinen Wunsch nach weniger.

Hunger.
Kaum einer von uns kennt wirklichen Hunger.
Wir sind geübt im ständigen Essen. Ernährungsexperten raten uns zu vielen kleinen Portionen auf den Tag verteilt. Bloß nie den Magen leer sein lassen! Immer in Arbeit muss er sein, nie geleert. Wir arbeiten oft sitzend, gerade mal die Finger bewegend und das Gehirn, und immer noch erzählt uns die Ernährungspyramdie von massebildendem Zeug, das die Grundlage der Ernährung bilden soll. Ein auf und ab des Blutzuckers, bis er uns Heißhunger verschafft und wir sitzen nachts vorm Kühlschrank und müssen müssen müssen essen.

Wieviel Nahrung brauchen wir denn wirklich? Scheiden wir das meiste nicht einfach aus?
Anders als Astrid kann ich nicht von 100auf0 zurückgehen. Ich brauch Zeit. Und ich verzichte auch nicht komplett. Frühere Versuche haben gezeigt, dass “Heilfasten” mich nicht reinigt. Ich werde böse und sauer und ungerecht und belüge mich selbst. Im Gegensatz zu ihr ist mein Ziel ja auch, Gewicht zu verlieren – trotzdem eine nette Erfahrung, gleichzeitig zu … fasten.

Ich schraube herunter, deuich.
Keine Kohlehydrate, also auch kein Alkohol. Kein Brot, kein Reis, keine Kartoffeln oder Nudeln.
Bewege mich.
Auf der Wii – lacht nur!
Schaffe es nach wenigen Tagen, dass mir 2-3 Mandeln reichen oder auch eine Schüssel Joghurt. Fühle mich nicht hungrig, auch der Appetit lässt nach.
Ein paar Ausnahmen mit Freunden gönne ich mir, fettes Fleisch und Wein gehören dann dazu.

Ein Monat.
Gestern erfuhr ich, dass auf dem Baumarkt-Parkplatz im Ort ein Wurststand vom Kotaska steht.
Sprach bestimmt eine Stunde davon, dass ich mir da gleich eine Currywurst mit Pommes gönn.
Auf dem Weg dahin die Erkenntnis:
Ich habe weder Hunger noch Appetit.

Wir essen zuviel.