Dass ich in einer waldreichen Region lebe,
privilegiert mich.
Ich darf nämlich schmoren!

Stellt euch nur vor, es wäre anders!
Ich müsste Fleisch und Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden, kurz braten,
mit kalt gemörserten Gewürzpasten abschmecken und knackig frisch servieren.
Ich geb zu, das hört sich gar nicht mal schlecht an. Das hört sich sogar ziemlich gut an.
In Wahrheit mag ich das sogar sehr gerne…

Aber mein geliebtes Zitronenhuhn V.2 könnte ich euch nicht vorstellen,
und das wär ganz blöd!

Zitronenhuhn

Besorgt euch also genug Brennholz für 2-3 Stunden oder benutzt den Herd.
Zerlegt ein Huhn oder kauft Teile eurer Wahl. Zieht die Haut ab.

In einem großen Schmortopf werden nun Zwiebeln, Karotten, Knoblauch, Lauch, Sellerie angeschwitzt, mit einem Schuss Rotwein abgelöscht und dann mit passierten Tomaten und etwas Brühe aufgegossen.
Gewürzt wird mit Lorbeer, Rosmarin, Zitronenachteln, Salz, Pfeffer, Zucker.
Die Hühnerteile darin schmoren, bis das Fleisch saftig vom Knochen fällt.
Das dauert, weil die viele Säure das garen verlangsamt.
Einfach mit Brot servieren.
Wie immer kein detailliertes Rezept. Wer es genau haben möchte, meldet sich einfach

Und wenn so ein Topf stundenlang so gut riecht, und man soll dann auch noch schöne Fotos machen, dann kann der Fotografin schon mal ein kleines Malheur passieren….

Zitronenhuhn

Warum ich passierte Tomaten benutze?
Ist schon einige Jahrzehnte her, da sollten die Kindergartenmütter Zubehör mitbringen,
damit die Kindlein Pizza backen konnten.
Meine -guten- Dosentomaten wurden abgelehnt:
Kinder würden keine Tomaten essen und dürften deswegen keine Stücke davon auf der Pizza sehen.
Wieder mal also ein Moment der Sprachlosigkeit bei mir und ich ging kopfschüttelnd passierte Tomaten kaufen.
Später lernte ich solche Kinder tatsächlich kennen.
Ihr haltet Pizza für eine gute Idee für Kindergeburtstage?
Niemals mehr!