Oma Hilde will ich euch vorstellen.

Viele ihrer Gerichte haben einen festen Platz in meiner Küche und auch ihr habt schon einige hier sehen können.
Ich kann mich nicht erinnern, dass es bei ihr auch nur einmal nicht geschmeckt hätte.
Sie tomatisierte ihre Saucen, setzte Fonds an, kochte Marmeladen, buk die besten Plätzchen der Welt, lehrte mich Pfannkuchen backen und Spätzle schaben und hatte dabei immer ein Lächeln im Gesicht.
Gurkenschalen rieb sie sich über Arme und Gesicht, denn so bleibt man jung!
Damit altes Brot nicht verkam, tunkte sie es in Kaffee. “Brockede” hieß sie das.
Frischhaltetüten wurden gespült und wiederverwendet, aus alten Unterhemden schnitt sie ihre Putzlumpen und gebrauchte Briefumschläge dienten als Notizzettel.
Als die Umweltbewegung sich formierte, war ich schon lang geprägt!

Viele dieser Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin, haben meinen eigenen Alltag nicht überlebt.
Aber den Geschmack, den sie uns Kindern, Enkeln und Urenkeln vermacht hat, der ist geblieben.
Glück gehabt!

Kalbfleisch

Eing’legtes Kalbfleisch:

Kalboberschale, hier ca. 1,5kg habe ich über mehrere Stunden in Brühe mit Lorbeer, Wacholder, Pfefferkörnern und einer Zwiebel sanft gegart, dann in der Brühe abkühlen lassen – so lässt es sich besser schneiden.

Für die Sauce eine einfache Mehlschwitze mit der Kalbsbrühe aufgießen, Sahne dazugeben und mit Salz, weißem Pfeffer, Zitronensaft und Zitronenabrieb abschmecken. Die Säure sollte man deuich schmecken.
Im Original gab es dazu Bandnudeln und in Butter gedünstete Karotten.
In kleiner Abweichung dazu stellte ich dem Kalb diesmal Lasagneblätter, Karottenpüree und angeschwenkten Chinakohl zur Seite.

Hat man bei Oma mal was falsch gemacht, nannte sie einen “Muster ohne Wert”.
Das hätte sie diesmal nicht gesagt!