Dass wir “Krauts” gar nicht mal den höchsten Sauerkrautvebrauch pro Kopf haben,
hat sich ja schon ein wenig herumgesprochen.
Dabei tu ich doch mein bestes, um das zu ändern!
Es war zwar nicht mein Lieblingsgericht in der Kindheit, aber wie es kombiniert war, ganz klassisch, das mochte ich:
Mit Leber-und Blutwürstchen, sanft gegart auf dem Kraut – und Bauchspeckscheiben waren immer zuwenig für alle (kennt ihr diese Packungen vom Metzger, in dem alles bis auf den Kartoffelbrei schon drin ist? Wie die ihre Mengen berrechnen, ist mir bis heute schleierhaft).
Und man gewöhnt sich ja schon merkwürdige Tischsitten an. Bei mir musste der Kartoffelbrei nämlich mit der Leberwurst und der Krautbrühe vermischt werden. Das Kraut selbst war nebensächlich. Und die Wurst mochte ich auch nur exakt auf diese Art.

Im Lauf der Zeit konnten Kraut und Blutwurst doch noch mein Herz erobern und seit ein paar Jahren mach ich zumindest das Kraut selbst. Kommt man ja auch leichter ran als an Schweineblut und verbraucht sich schneller.

Einfaches Rezept:
Weißkohl fein hobeln, 10gr Salz auf 1kg Kohl gründlich einkneten, bis sich deuich Flüssigkeit bildet. Eng in Twist-Off-Gläser stopfen und mit dem Sud bis an den Rand füllen. Mit Klarsichtfolie abdecken, den Deckel aufschrauben und an einem warmen Platz in einer Wanne ca. 7 Tage gären lassen. Täglich die Deckel neu zudrehen. Wenn die Gärung offensichich abgeschlossen ist, die Gläser aussen gut reinigen und ab da dunkel und kühl aufbewahren. Hält sich wohl lang, davon weiss ich aber nichts….
Wichtig ist das gründliche Stopfen, damit möglichst wenig Luft im Glas bleibt – Milchsäuregärung erfolgt ohne Sauerstoff.
Wer mag, kann mit Wachholder oder Dill würzen, ich lass es pur.

Sauerkraut-selbst-gemacht

Nun kam es, dass ich wegen des Brathähnchen-Blogs so sehr Lust auf Sauerkraut hatte.
Aber das Wetter war zu gut für klassisches Sauerkraut, anspruchsvoller Besuch hatte sich angekündigt und der Alfons hatte doch vor kurzem…
Also mal fast nachgekocht, kommt so oft ja auch nicht vor:
Hähnchenbrust im Brotmantel mit Chilli-Vanille-Kraut und Curryschaum, von mir ergänzt mit roten Linsen.

Mir gefiel die Kombination recht gut:
Das cremige Sauerkraut mit ausgeprägtem Geschmack der Gewürze passte gut zur Brust und dem knusprigen Brot und der Curryschaum unterstrich das Exotische zusätzlich.

Sauerkraut

Der anspruchsvolle Besuch empfand das anders: zuviel der Geschmäcker, ein Sauerkraut dürfe gern auch nur nach Sauerkraut schmecken!
Recht hat er damit -so irgendwie- und solche Sauerkrautvariationen werden es nur selten erneut in meine Töpfe schaffen.

Back to the Blut- und Leberwurst!
Vielleicht nächsten Winter…