1983 war ich das erste Mal in Hamburg.
Nur zwei Tage lang, aber die haben gereicht, um mich in diese wundersame Stadt zu verlieben.
Sogar mit Essen hatte das damals schon zu tun.
Neben einigen wirklichen Kösichkeiten hat mich in der Kunsthalle ein Bild nachhaltig beeindruckt:
Sonnenaufgang von Dieter Roth.

Damals war die Salamischeibe noch deuicher als solche zu erkennen.
Aber von der Vergänglichkeit des “Food-Designs” können wir ja alle berichten.

Nun war ich also wieder einmal ein paar Tage in Hamburg, meiner Perle.
Der Wettbewerb, der dort stattfinden sollte, hat sich leider verschoben, so dass ich davon ein andermal berichten werde.
Aber gegessen haben wir, und wie! Und so haben sich diese Tage doch und ganz besonders gelohnt.

Unsere erste Station galt dem Trific im Eppendorfer Weg.
Ein kleines Restaurant mit bemerkenswert unkomplizierter Atmosphäre und hohen Ansprüchen an sich selbst.
Die regelmässig bis täglich wechselnde, saisonale Karte kann auf facebook verfolgt werden.

Am zweiten Abend wurden wir ins Schauermann geführt.
Im grossen und ganzen gilt hier das gleiche wie fuer das Trific, jedoch ist die Lage mit Blick auf den Hafen schon allein einen Besuch wert und die Weinkarte ist beeindruckend.

Unschlagbar war aber der dritte Abend in Edgars Fresh Cuisine in St. Pauli.
Bestes Essen, Weinbegleitung der Extraklasse, freundlich-spritzige Unterhaltung und das alles mit dem Gefühl, fast zuhause zu sein!
Wer kann das schon überbieten?
Leider ist die Cuisine nur auf spezielle Einladung zu besuchen.
Und das ist auch gut so!

Am vierten Tag gab es mittags noch einen kleinen Abstecher ins Tageslokal “Deli” der Bullerei.
Ganz nett gemacht, viel Substanz des alten Schlachthofs wurde hier erhalten und die Köche bereiten die Speisen unter den Augen der Gäste.
Etwas gestört hat mich die inflationäre Benutzung von Rauke: Auf jedem Gericht ein Türmchen langweilt dann doch ein wenig.
Ansonsten eine saubere, unkomplizierte Küche zu angenehm günstigen Preisen.

Schnell waren die Tage vorbei und ich wurde zum Bahnhof chauffiert.
Offenbar war vor mir Frank Rosin im Wagen gesessen, denn als ich beim Aussteigen den Fahrer auf die Bananenschale in der Türablage hinwies, murmelte der nur: “Rosin, dieses Ferkelchen!”
Ein wenig ärgere ich mich nun, dass ich diese besondere Schale nicht zum Einklemmen zwischen zwei Glasscheiben mitgenommen habe…