Mir ist grad so nach Hausmannskost.
Geht’s euch nicht auch so?
Diese ganze Festtagsessen, die besten Stücke Fleisch, die aufwendigsten Kreationen – sie reizen mich nicht mehr.
Ich will Deftiges! Unkompliziertes, Eintöpfe, Kohl, Pökelfleisch.

Und wie schön mich dieser Wirsing anstrahlt! Knackiges Grün mitten im Winter.
Soll ich ihn wirklich im Sinn der “neuen” Küche höchstens kurz blanchieren und halbroh anbraten?

Wirsing

“Nein”, sagt er mir. Er will richtig gemacht werden, in Sahne und mit Muskat.
Weichgekocht will er werden, zu sämiger Konsistenz zerfallen, sein ganzes Aroma verteilen.
Und wie könnte ich mich diesem Prachtkerl widersetzen?

So soll es also sein.
Rasch ein paar Zwiebelwürfel und grünen Speck angeschwitzt, dazu den kleingeschnittenen Wirsing.
Mit Brühe und Sahne aufgießen und mit Salz, Pfeffer, Muskat und Majoran abschmecken.
Lange simmern lassen, bis er cremig weich ist!

Wirsing mit Schäufele
Er möchte gern Schäufele und Kartoffelpüree dazu, und das bekommt er auch.
Am Schluss wird’s dann doch noch ein wenig modern:
Die dunklen Blätter in Streifen schneiden und in wenig Öl knackig braten.

Wie er dann in neuer Form vor mir steht, flüstert er nochmal leise:
Lass mich dir schmecken!

Letzte Woche habe ich übrigens seinen Bruder getroffen, den Weißkohl.
Der murmelte was von “Kohlrouladen”.
Kohlroulade