Wer -wie ich- viel Zeit vor dem Computer verbringt, dem gehen die Abkürzungen für Befehle in Fleisch und Blut über.
Strg-A markiert alles, Strg-C kopiert, Strg-V fügt ein und Strg-Z macht den letzten Schritt rückgängig.
Ein genialer Befehl!
Was immer man gerade falsch gemacht hatte: Strg-Z und alles ist wie vorher!

Habt ihr schonmal an Strg-Z gedacht, wenn ihr gerade ein Essen versalzen habt?
Ich schon…
Schöne virtuelle Welt!

Ganz real haben wir uns vor kurzem mal Wagyu-Rind gegönnt.
Völlig ungewürzt wurde es uns serviert und gleich zwei Angestellte erklärten uns wortreich die dazugereichten vier Salzsorten:
Blaues Persisches, geräuchertes Dänisches, rosa Himalaya-und Inka-Sonnensalz.
Nun warum nicht? Letztendlich schmeckt jedes Salz nur salzig, aber hat schon was hergemacht.

Die Dame mit der unvermeidlichen 2-Meter-Pfeffermühle trat natürlich auch an den Tisch.
Ob wir etwas Pfeffer wünschten?
Was das denn für ein Pfeffer sei, fragte ich.
Sie wusste es nicht…

Aber ich weiß was!
So wie Salz grundsätzlich nur nach Salz schmeckt, so schmeckt Pfeffer niemals nur nach Pfeffer.
Für den Crunch auf der Zunge ist sicher ein Fleur de Sel zum finalen Abschmecken ganz reizend.
Den Geschmack aber ändert es nicht spürbar!

RumpsteakWagyu habe ich hier in Sinsheim natürlich keines bekommen. Nur schöne kleine Rumpsteaks, lange genug abgehangen.
Gut mit Olivenöl eingerieben, kommen sie zusammen mit Rosmarin und Knoblauch in eine Auflaufform, werden mit Klarsichtfolie abgedeckt und wandern bei 60°C für 30-40 Minuten in den Backofen.

Die gut abgetupften Steaks brate ich dannach in wenig Ghee vorsichtig rundherum an. Übergiesse dabei immer wieder mit dem Fett.

Jetzt sind sie bereit für die Salz-und Pfeffer-Verkostung:

Rumpsteak

Einfaches grobes Meersalz: zu hart, viel Salz auf einmal im Mund. Eignet sich sicher gut für Pasta-Wasser.
Fleur de Sel in kleinen Pyramiden: Sehr crunchy, durch die feine Struktur keine Übersalzung.
Schwarzes Hawaii-Salz: Auch nur Salz, aber knusprig und fein. Optisch ganz nett.

Tellicherry-Pfeffer: Lange gereifter Pfeffer mit ausdrücklicher Schärfe und und sehr intensivem Pfefferaroma. Sparsam verwenden!
Kubebenpfeffer: Deuich der ölige, ätherische Geschmack. Erinnert an Piment. Angenehme Schärfe.
Langer Pfeffer: Der Geruch erinnert sofort an Zimt und Vanille. Süßlicher Geschmack, ausgeprägte Schärfe, die sich lange hält. Später leicht bitter.

Und weil damit alles beim alten geblieben ist:
Wenn ihr wirklich mal Wagyu-Steaks zubereitet, der Pfeffer macht’s!

Langer Pfeffer