oder
eine kleinegroße Geschichte über Freundschaft

Als ich mich Ende letzten Jahres dem dauernden Drängen meines langjährigen Kompetenzessers beugte, ich solle meine Kochkunst doch endlich öffenich machen, erahnte ich nichts. Wie auch?
An einem alkoholschwangeren Abend also bewarb ich mich online für die Küchenschlacht – einem wöchenichen Kochwettbewerb im ZDF.
Schnell war das wieder vergessen. Kochen vor Kameras? Öffenich? Ach, das kann man immer noch absagen, falls man wirklich genommen wird. Klappt doch eh nicht…

Keine zwei Wochen später kam der Anruf der Produktionsfirma. Natürlich war ich dabei, natürlich habe ich nicht abgesagt.
Die Maschinerie kam in Gang und ich war mittendrin.
Wen ich denn als Moderator haben wolle?, wurde ich gefragt.
Wer denn überhaupt da Moderator sein könne?, habe ich nicht gefragt.
“Alexander Herrmann!”, fiel mir in meiner Not ein.
Gut, das sollte klappen.
Hätte ich mal gewusst, dass ich mir Henssler hätte aussuchen dürfen …
Höchste Zeit also, mich doch mal mit dem Konzept der Sendung auseinanderzusetzen!

Nun, welch Folgen das hatte, wissen die meisten von euch. Der Rest darf gern nachfragen :)

Also wartete ich fieberhaft auf die Ausstrahlung “meiner” Küchenschlachtwoche.
Das Datum kannte ich ja, dennoch rief ich täglich die Webseite auf und dann! Eine Woche zu früh! War da ein Bild von mir!

Küchenschlacht

Heike Ames bei HL in der Küchenschlacht

Oh nein, war ich gar nicht. War Heike. Heike Ames. Hmmmmm … Gleicher Vorname? Gleicher erster optischer Eindruck aus der Ferne?
Jede Folge ihrer Woche verfolgte ich gespannt. Und sie kam mit einer Zabaione ins Finale? Wo ich doch auch eine machen wollte?
Cool!
Zwei Heikes, zwei Wochen hintereinander gewonnen!

Küchenschlacht

Heike von Au mit AH in der Küchenschlacht

Nun ergab es sich, dass wir beide am gleichen Wochenende zu “Lanz kocht!” nach Hamburg eingeladen waren.
Absurd irgendwie, dass der Gewinn einer Kochsendung ein Zuschauerplatz in einer anderen Kochsendung ist…
Nur leider sollten Heike und ich uns um einen Tag verpassen.
Spontan nahm ich Samstag mittag noch eine Einladung ins Henssler&Henssler an.
Eigenich sollte ich da schon auf der Heimreise sein.
Und dann setzte sich Heike zwei Tische neben uns!
Erkannt! Aufgesprungen! Hingelaufen! Gefreut!

Küchenschlacht

Heike und Heike mit Manuel und Robert, die auch schon die KS gewonnen haben.

So kam das so.
So kamen wir zueinander.
Und das sollte weitergehen!

Der Cooking Cup stand an. Ich wusste davon, hatte mich eingetragen für den Newsletter, damit ich bloß nicht den Anmeldeschluss verpasse.
Nur … mit wem? Da kochen Zweierteams gegeneinander!
Heike war gleich dabei, aber ich hatte Zweifel. 300Km liegen zwischen uns. Wie soll man sich da vorbereiten? Und hey … ich bin Streber!

Sie hat mich überzeugt – zum Glück!

Nach wochenlanger Auseinandersetzung per eMail und Telefon wegen des eingereichten Rezepts trafen wir uns endlich zum ersten gemeinsamen Kochen.
“Kochen”, dass ich nicht lache! Wir hatten viel Spass, aber das kochen stand bestimmt nicht im Vordergrund ;)
Trotzdem bekamen wir unser Gericht auf die Teller und endlich konnte ich eins abhaken: Heike kann klasse abschmecken. Und das ist verdammt wichtig!
Trotzdem hatte ich immer noch den Eindruck, wir wären zuwenig vorbereitet. Egal! Dabeisein ist alles…. (nein, ist es nicht).

Marbach, erster Wettbewerb.
Es lief nicht so gut, aber in der größten Hektik wurden wir zum Team und konnten überzeugen!
Der Abend in der Innenstadt wurde lang. Sehr lang!
Traunreut, Halbfinale.
Dort verbrachten wir sogar vier Tage miteinander. Diesmal kochten wir schon wirklich gut aufeinander abgestimmt.
Was mich im nachhinein am meisten freute: Uns diese gemeinsamen Tage nicht anstrengend.
Wir können nicht nur kochen miteinander und reden, quasseln und lachen, sondern auch schweigen.

Und jetzt, ihr Leser: Heike und ich werden ab Sonntag für eine Woche im Finale des Cooking Cups die Kanaren umrunden.
Ich habe keine Sorge, dass diese durchs Kochen entstandene Freundschaft das nicht überleben könnte.
Ihr?

:)

Die "Mein Schiff" in voller Größe

eine schwäbisch-kölsche symbiose

ich bin heike ames, 40 jahre alt und kölnerin. ich koche für mein
leben gern und dies bereits seit etlichen jahren.
die teilnahme beim cooking cup war eine ganz neue erfahrung für
mich, denn bisher war ich für meine kochergebnisse bei
wettbewerben ausschließlich alleine verantworich und dies war
auch gut so. das sollte sich aber nun ändern, denn wir haben ein
kochteam gegründet. heike und heike. schwaben und köln, da treffen
welten aufeinander ;-)
um es kurz zu halten, wir ergänzen uns einfach ganz wunderbar.
heike ist sehr ruhig und bedacht, ich bin eher temperamentvoll, um
es vorsichtig zu formulieren. im eifer des gefechts ist es dadurch
schon zu vielen grotesken situationen gekommen, die uns allerdings
später immer tränen vor lachen in die augen getrieben haben.
begleitet werden unsere kochtreffen immer von viel spaß,
durchgequatschten nächten und wortkargen morgenden.
ich bin froh dich kennengelernt zu haben und freue mich auf viele
weitere kochabenteuer mit dir!

heike ames